Verstecktes Kapital auf der Baustelle: Welche Handwerker in NRW auf dem größten „Schatz“ sitzen
Nordrhein-Westfalen ist das industrielle Herz Deutschlands. Wo gebaut, saniert und modernisiert wird, fallen täglich Tonnen an Materialien – Baustellenschrott an, die weit mehr sind als bloßer Abfall. Für Handwerksbetriebe in NRW ist Altmetall ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Doch nicht jedes Gewerk profitiert gleichermaßen. Wir haben analysiert, welche Handwerker – gemessen an Wert und Menge – die profitabelsten Rückläufe erzielen und worauf Sie bei der Anlieferung an Böhner Altmetalle achten müssen, um nicht an den strengen Annahmekriterien zu scheitern.
Schrottcontainer auf der Baustelle bringt bares Geld
In Zeiten volatiler Rohstoffmärkte ist der Schrottcontainer auf der Baustelle keine Nebensache mehr. Er ist eine Liquiditätsquelle und bringt bares Geld. Insbesondere in Ballungsräumen wie Düsseldorf, wo Altbausanierungen und Industrie-Rückbau an der Tagesordnung sind, landen oft Werte im Mischcontainer, die bei sauberer Trennung den Gewinn des Projekts signifikant steigern könnten. Doch welche Berufsgruppe hat eigentlich die „Nase vorn“, wenn es um den Wert des Abfalls geht?
Wir haben die typischen Materialströme der NRW-Handwerksbetriebe unter die Lupe genommen und ein Ranking erstellt, das sowohl den Kilopreis als auch die anfallenden Mengen berücksichtigt – immer unter Beachtung der strikten „Keine Annahme“-Liste von Böhner Altmetalle.
Platz 1: Die „Schatzgräber“ – Elektriker und Industrie-Elektroniker
Wenn es um den reinen Wert pro Kilogramm geht, ist das Elektrohandwerk unangefochtener Spitzenreiter. Der Grund ist ein einziges, rötlich glänzendes Element: Kupfer.
Kupfer ist der leitfähige Standard in der modernen Welt und erzielt an den Rohstoffbörsen Höchstpreise. Für Elektriker in NRW lohnt sich vor allem das Sammeln von Kupfer Millberry. Dabei handelt es sich um mechanisch geschälte, blitzblanke Kupferkabel mit einem Durchmesser von mindestens 1 mm. Diese Sorte gilt als die reinste Form des Altkupfers (99,9 % Reinheit) und wird bei Böhner Altmetalle mit den höchsten Aufschlägen vergütet. Detail Infos lesen Sie in unserem Beitrag zu Kupferkabel – Kabelschrott.
Aber auch isolierte Kupferkabel (Haushaltskabel) bringen Geld, sofern der Kupferanteil hoch genug ist (typischerweise ab 38-40 %).
Hinweis zur Annahme: Hier ist Vorsicht geboten: Elektronikschrott ist nicht gleich Metallschrott. Während Kabel und Stromschienen hochwillkommen sind, müssen Elektriker peinlich genau darauf achten, keine PCB-haltigen Kondensatoren oder Transformatoren anzuliefern. Diese fallen unter die Kategorie gefährlicher Abfall und sind bei uns von der Annahme ausgeschlossen. Ebenso dürfen keine quecksilberhaltigen Bauteile (wie alte Schalter) im Schrott landen.
Platz 2: Die „Misch-Meister“ – HKLS-Betriebe (Heizung, Klima, Lüftung, Sanitär)
Sanitär- und Heizungsinstallateure landen auf dem zweiten Platz, weil sie die perfekte Balance zwischen hohem Gewicht und hohem Wert bieten. Bei der Kernsanierung von typischen NRW-Mehrfamilienhäusern fallen oft hunderte Kilogramm an alten Leitungen und Armaturen an. Mehr Infos in unserem Beitrag zu Metallschrott.
Das Portfolio des SHK-Handwerkers liest sich wie die Wunschliste eines jeden Recyclers:
- Kupferrohre (Kerze/Raff): Alte Wasserleitungen, oft mit grüner Patina oder Lötstellen (Kupfer Raff), sind Standardware.
- Messing & Rotguss: Die schweren Armaturen, Ventile, Wasserhähne und Wasserzähler-Gehäuse bestehen oft aus hochwertigem Messing oder der noch wertvolleren Legierung Rotguss (Kupfer, Zinn, Zink).
- Edelstahl: Alte Spülen oder industrielle Sanitäreinrichtungen.
Achtung bei der Entsorgung: Ein klassischer Fehler im SHK-Bereich ist die Entsorgung von alten Heizungs- und Klimageräten. Ölgefüllte Kompressoren (z. B. aus Wärmepumpen oder Klimaanlagen) sowie Nachtspeicheröfen (Gefahr von Asbest/Chrom VI) stehen auf der roten Liste von Böhner Altmetalle. Diese Geräte müssen über spezialisierte Entsorger laufen und dürfen nicht in den Metallschrott. Auch Isolierungen aus Glaswolle oder KMF müssen zwingend vor der Anlieferung vom Rohr entfernt werden.
Platz 3: Die „Wetterfesten“ – Dachdecker und Spengler
Dachdecker in NRW arbeiten oft mit Materialien, die extrem langlebig und korrosionsbeständig sein müssen. Was gut gegen sauren Regen schützt, ist auch im Recycling wertvoll.
Besonders Zink (Altzink) und Blei sind hier die Treiber. Alte Dachrinnen, Fallrohre und Titanzink-Bleche summieren sich schnell zu relevanten Gewichten. Blei, das oft für Kaminanschlüsse oder Dachfenstereinfassungen genutzt wird, ist aufgrund seines hohen spezifischen Gewichts (Dichte) ein lohnendes Material, auch wenn die Volumina optisch klein wirken.
Wichtige Einschränkung: Dachdecker müssen darauf achten, dass die Metalle möglichst frei von Anhaftungen sind. Große Mengen an Bitumen, Teerpappe oder Asbest (oft bei alten Dacheindeckungen oder Eternitplatten zu finden) sind absolute Ausschlusskriterien. Solche Baumaterialien gelten als gefährlicher Abfall und gefährden die Annahme der gesamten Ladung.
Platz 4: Die „Masse-Giganten“ – Metallbauer, Schlosser und Abbruchunternehmen
Hier regiert nicht der Kilopreis, sondern die Tonnage. Wer Stahlhallen im Ruhrgebiet zurückbaut oder alte Balkonanlagen in Düsseldorf demontiert, liefert Stahlschrott und Metallschrott.
Unterschieden wird hier oft nach der Stärke des Materials:
- Mischschrott (leicht): Materialstärke ab 3 mm.
- Mischschrott schwer (Scherenschrott): Materialstärke ab 6 mm (z. B. Stahlträger, schwere Rohre).
Auch Aluminium spielt hier eine große Rolle, etwa bei Fensterbauern. Alte Alu-Profile (thermisch getrennt oder ungetrennt) sind ein leichter, aber wertvoller Rohstoff.
Sicherheitsrelevante Ausschlüsse: Im Stahlbau und Abbruch ist die Gefahr von Hohlkörpern groß. Geschlossene Rohre, Tanks oder gar Gas- und Sauerstoffflaschen sind lebensgefährlich im Schredder und daher streng verboten. Jeder Behälter muss geöffnet, gereinigt und als „frei von Restflüssigkeiten“ erkennbar sein. Druckbehälter (wie alte Feuerlöscher oder Propangasflaschen) werden nicht angenommen.
Platz 5: Kfz-Werkstätten (Das „Spezialfall“-Problem)
KFZ-Betriebe produzieren zwar massig Metall (Karosserieteile, Motoren), fallen aber oft durch das Raster der klassischen Schrottannahme, wenn nicht penibel vorsortiert wird.
Attraktiv sind hier Aluminiumfelgen (unbedingt ohne Reifen und Wuchtgewichte!) und Bremsscheiben (schwerer Stahlschrott). Auch Kupferkabelbäume (ohne Stecker und Steuergeräte) sind wertvoll.
Das große Aber: Die Liste der „No-Gos“ ist im KFZ-Bereich am längsten. Altfahrzeuge, die nicht trockengelegt sind, Reifen, Batterien (Blei-Säure oder Lithium-Ionen) sowie Motoren und Getriebe mit Restöl sind bei Böhner Altmetalle ausgeschlossen. Wer hier nicht sauber trennt, zahlt am Ende drauf oder wird abgewiesen.
Fazit: Sortenreinheit ist der Gewinnhebel
Für alle Handwerker in NRW gilt die Faustformel: Je reiner das Material, desto höher der Erlös. Wer Kupfer, Messing und Stahl schon auf der Baustelle oder in der Werkstatt in getrennten Behältern sammelt, erzielt bei Böhner Altmetalle deutlich bessere Preise als für einen gemischten Container, sprich Sortenreinheit bei der Anlieferung ist Ihr Gewinnhebel.
Gleichzeitig schützt die genaue Kenntnis unserer Ausschlussliste vor teuren Rückweisungen. Wir sind Ihr Partner für die Rückführung wertvoller Rohstoffe in den Kreislauf – sauber, fair und zertifiziert.
Sie möchten eine individuelle Beratung? Wie bieten B2B – und Gewerbe – Kunden auch eine individuelle Inhouse Beratung an.
FAQ – Häufig gestellte Fragen für Handwerker
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Anlieferung und Vergütung, speziell optimiert für schnelle Antworten.
- Welche Materialien darf ich als Handwerker bei Böhner Altmetalle nicht abgeben?
Wir nehmen keine Materialien an, die Umwelt oder Gesundheit gefährden. Dazu gehören explizit: Kühlschränke und ölgefüllte Kompressoren, Nachtspeicheröfen, Gasflaschen und geschlossene Tanks, Batterien/Akkus, Reifen sowie Materialien mit Asbest- oder KMF-Anhaftungen. Eine vollständige Liste finden Sie auf unserer Webseite unter „Keine Annahme“.
- Warum bekomme ich für meine Kupferkabel weniger Geld, wenn die Stecker noch dran sind?
Kupferkabel werden nach dem Verhältnis von Kupfer zu Kunststoff (Isolierung) bewertet. Stecker bestehen meist aus Messingkontakten und viel Hartplastik, was den Reinheitsgrad des Kupfers im Recyclingprozess senkt und den Verarbeitungsaufwand erhöht. Wir empfehlen daher, Stecker vor der Anlieferung abzuschneiden („Kabel ohne Stecker“), um den höheren Preis für Haushaltskabel zu erzielen.
- Was ist der Unterschied zwischen „Kupfer Millberry“ und „Kupfer Berry“?
Kupfer Millberry ist die hochwertigste Sorte: Es handelt sich um abisolierte, mechanisch geschälte Kabel, die blitzblank, fettfrei und nicht oxidiert sind (Durchmesser > 1mm). Kupfer Berry (oft einfach als Altkupfer bezeichnet) darf oxidiert sein, eine Patina haben oder aus gebrauchten Leitungen stammen, muss aber ebenfalls frei von anderen Anhaftungen sein. Millberry erzielt aufgrund der Reinheit von 99,9 % den höchsten Preis.
- Bietet Böhner Altmetalle einen Containerdienst für Baustellen in NRW an?
Ja. Gerade bei größeren Projekten (Abbruch, Sanierung) lohnt sich unser Containerdienst. Wir stellen Mulden und Container in verschiedenen Größen (bis 40m³) im Raum Düsseldorf und Umgebung bereit. Dies erleichtert die Sortierung direkt vor Ort und spart Ihnen den Transport. Sprechen Sie uns für gewerbliche Konditionen direkt an.
- Muss ich als Handwerker bei der Anlieferung Umsatzsteuer ausweisen?
Das kommt auf das Verfahren an. Im Schrotthandel greift bei Geschäften zwischen Unternehmen oft das Reverse-Charge-Verfahren (Steuerschuldumkehr nach §13b UStG). Das bedeutet, wir zahlen Ihnen den Nettobetrag aus, und die Steuerschuld geht auf uns als Leistungsempfänger über. Dies gilt, wenn Sie ein umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen sind. Bitte bringen Sie Ihre Steuernummer und Gewerbenachweise mit.



